Viruskrankheiten



Kleinvieh macht auch Mist

Die Reisigkrankheit wird durch das Grapevine fanleaf virus (GFLV) ausgelöst und ist eine der wichtigsten Viruskrankheiten der Weinrebe. Das Virus wird durch Fadenwürmer (Xiphinema index), übertragen, die an den Wurzeln saugen und dabei das Virus übertragen. X. index saugt hauptsächlich an aktiv wachsenden Wurzelspitzen und löst dort die Entwicklung spezialisierter Nährgewebe (sogenannte Gallen) aus. Wie das geschieht und was die Gallenbildung mit der Ausbreitung des Virus zu tun hat, ist noch völlig ungeklärt. Um solche Fragen zu beantworten, werden im BACCHUS Projekt Forschungsarbeiten durchgeführt.

Die Krankheit ist schwer zu kontrollieren, meist zeigen sich erst nach einigen Jahren die ersten Symptome. Immer wieder wurde versucht, die Nematoden mit chemischen Mitteln (sogenannte Nematizide) zu bekämpfen – der Erfolg war mäßig und man hat damit nur andere, nützliche, Bodenorganismen vergiftet. Daher ist der Einsatz dieser Mittel inzwischen verboten. Selbst die Rodung der Rebstöcke ist kein sicheres Mittel – die Nematoden können auch nach 5 Jahren Brache noch aktiv sein, und die Viren ebenfalls. Bislang bleibt nur, beim Pflanzen von Rebstöcken strikt auf getestetes virusfreies Material zu achten und Vermehrungsanlagen auf nematodenfreie Böden zu pflanzen.

Es gibt entfernte Verwandte unserer Rebe, sogenannte Muscadinia Wildreben, die virusresistent sind. Die genetische Entfernung ist aber so gross, dass sie als Kreuzungspartner nicht taugen. Ob bei unserer heimischen Wildrebe ebenfalls Nematoden- oder Virusresistenzen vorhanden sind, soll im Rahmen von BACCHUS geprüft werden. Möglicherweise lassen sich virusresistente Wurzelstöcke zum Pfropfen entwickeln.


 

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